Deutscher Lebenslauf: Goldene Regeln

„Lebenslauf“ ist der offizielle deutsche Begriff für einen Curriculum Vitae, besser bekannt als CV. Wie du vielleicht weißt, mögen es Deutsche, wenn Dinge auf ihre Art gemacht werden. Der deutsche Lebenslauf ist deshalb sehr effizient – aber anders aufgebaut als in vielen anderen Ländern. Wenn du ein paar Regeln beachtest, kannst du im Handumdrehen den perfekten Lebenslauf erstellen.

Tipps für einen guten deutschen Lebenslauf

Hier sind ein paar goldene Regeln für einen guten deutschen Lebenslauf:

  • Foto – Ein typischer deutscher Lebenslauf enthält fast immer ein Foto, meist oben rechts im Dokument. Achte darauf, dass es professionell wirkt. Das heißt aber nicht, dass du nicht lächeln darfst.
  • Leserfreundlich – In Deutschland sind bis zu zwei Seiten für den Lebenslauf üblich. Das bedeutet nicht, dass du zwingend zwei Seiten füllen oder so viele Infos wie möglich „reinquetschen“ solltest. Achte darauf, dass die Schrift weder zu klein noch übertrieben groß ist.
  • Logische Struktur – Beginne mit allgemeinen Informationen über dich. Fülle den Lebenslauf nicht mit zufälligen Details. Weiter unten zeigen wir dir, wie du deinen Lebenslauf am besten strukturierst.
  • Sprache – Wenn du sicher in deinem Deutsch bist, solltest du den Lebenslauf auf Deutsch schreiben. Beachte: Sprachfehler im Lebenslauf können deiner Bewerbung schaden. Wenn du nicht zu 100 % sicher bist, ist Englisch oft die bessere Wahl. Wenn die Stelle Deutschkenntnisse erfordert und du unsicher bist, kannst du einen Deutschkurs an unserer Sprachschule in Berlin besuchen, um dein Niveau zu verbessern.

Was gehört in einen deutschen Lebenslauf?

Wichtig ist, dass du deinem potenziellen Arbeitgeber einen vollständigen Lebenslauf schickst und die Informationen in der richtigen Reihenfolge angibst. Hier ist eine Liste mit Punkten, die du nennen solltest bzw. kannst:

Persönliche Angaben

Zuerst kommen die persönlichen Daten. Dazu gehören: Vor- und Nachname, Geburtsort und -datum, Familienstand, Staatsangehörigkeit und natürlich deine Kontaktdaten.

Ausbildung

In der Rubrik „Ausbildung“ kannst du deine Abschlüsse nennen. Gib an, wann, wo und was du studiert oder gelernt hast – in dieser Reihenfolge. Wichtig: In Deutschland wird meist antikronologisch geschrieben, also zuerst das Neueste und dann rückwärts bis zum ersten Abschluss. In vielen anderen Ländern ist es umgekehrt – hier also aufpassen!

Wenn du dich im Studium spezialisiert hast, solltest du das ebenfalls erwähnen. Zum Beispiel: Wenn du Ostasiatische Sprachen und Kulturen studiert hast, kannst du ergänzen, dass du dich auf Japanstudien spezialisiert hast. So bekommt der Arbeitgeber ein klareres Bild von deinem Fachwissen.

Berufliche Erfahrung

Wie bei der Ausbildung wird auch die „Berufliche Erfahrung“ antikronologisch aufgeführt. Notiere jeweils den Zeitraum, deine Position und das Unternehmen.

Sonstiges

Alles, was du deinem Arbeitgeber noch zeigen möchtest, aber nicht in die vorherigen Kategorien passt, kannst du unter „Sonstiges“ eintragen. Diese Punkte sind nicht zwingend notwendig, können dich aber von anderen Bewerbern abheben – vor allem, wenn sie zum Job passen.

Projekte & Praktika (Berufserfahrung – Projekte & Praktika)

Praktika, Nebenjobs oder Projekte, die du nicht als „vollwertige“ Berufserfahrung einordnen würdest, passen gut in diesen Abschnitt. Sie sind wertvoll, gehören aber oft in eine eigene Kategorie.

Sprach- und EDV-Kenntnisse

Hier kannst du Sprachkenntnisse und technische Fähigkeiten aufführen. In vielen Berufen werden mehrere Sprachen und/oder Computerkenntnisse vorausgesetzt – umso sinnvoller ist es, diese Kompetenzen klar zu nennen und hervorzuheben.

Ehrenamtliches Engagement

Ehrenamtliche Tätigkeiten können zeigen, dass du engagiert bist, gern Verantwortung übernimmst und soziale Kompetenzen mitbringst. Viele Formen von Volunteer-Arbeit stehen für Teamfähigkeit, Motivation und Organisation. Jede Erfahrung zählt – unterschätze auch kleinere Ehrenämter nicht.

Hobbys und Interessen

Manche halten diese Rubrik für unnötig, aber für viele deutsche Arbeitgeber ist sie tatsächlich interessant. Hobbys geben Einblick in deine Persönlichkeit und zeigen, dass du Arbeit und Privatleben gut ausbalancieren kannst. Achte jedoch darauf, nur Interessen zu nennen, die zum Job und zum Gesamtbild passen. Das ist eine sehr „deutsche“ Besonderheit – und wird häufig positiv aufgenommen.

Anschreiben

Neben dem Lebenslauf empfehlen wir dringend, wenn möglich auch ein Anschreiben zu senden. Darin kannst du genauer auf deine Fähigkeiten und Erfahrungen eingehen. Es ist eine gute Gelegenheit zu erklären, warum du dich bei genau diesem Unternehmen bewirbst und welche Erwartungen du hast. So kann die Firma dich besser einschätzen und sehen, ob du gut ins Team passt. Ein Anschreiben sollte nie länger als eine A4-Seite sein – also nicht zu lang, es ist kein Aufsatz.

Abschließender Tipp

Bei einer Bewerbung kann es hilfreich sein, das Unternehmen kurz anzurufen. Oft findet man dafür einen Anlass, zum Beispiel um zu fragen, wie Bewerbungen bevorzugt eingereicht werden sollen (per E-Mail, über ein Bewerbungsportal, an eine bestimmte Kontaktperson usw.). Der Anruf schafft eine persönliche Verbindung – der Arbeitgeber hat dann eine Stimme zur Person, wenn er später deinen Lebenslauf liest. Das kann dafür sorgen, dass man sich leichter an dich erinnert. Wenn dir die Stelle wirklich wichtig ist, kann ein kurzer Anruf deine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhöhen.